Ein Pilz verzögert den Einzug

Von Friederike Voß

Leonberger Kreiszeitung, 20.02.2003
LEONBERG - Das war ein Schrecken, als die Architektin Gabriele Dongus- Krämer in der Scheune in der Zwerchstraße diesen weißen Flaum an den alten Holzbalken entdeckte. Mit dem Einzug eines Pilzes, der dieses Gewebe bildet, ist die Eröffnung der Galerie vom Mai in den Herbst verschoben. Der Galerieverein muss mit zusätzlichen Kosten rechnen.

Es sei nicht ungewöhnlich, dass sich dieser Pilz in alten Holzbalken einnistet, hatte der eilig bestellte Gutachter der Architektin mitgeteilt. Gabriele Dongus-Krämer, die im Auftrag des Leonberger Galerievereins die alte Pfleghofscheune zur Galerie umbaut, hat am Dienstag auf einer außerordentlichen Sitzung den Vorstand über die neue Situation informiert.

Nachdem das Dach und die Fassade der Scheune geschlossen und bis dahin keine unvorhergesehenen Schäden an dem alten Gemäuer aufgetreten waren, hatten Feuchtigkeit und Wärme dem Pilz, der das Holz marode macht, offensichtlich einen idealen Nährboden geboten. Das erste Obergeschoss und hier nur das alte Holz seien betroffen, berichtete Gabriele Dongus-Krämer. Der zusammen mit dem Landesdenkmalamt bestellte Gutachter habe sämtliche Gefache untersucht und im ganzen Gebäude Bohrproben vom Holz genommen.

Das ärgerliche Ergebnis: Fast alle Gefache müssen herausgeschlagen, um auch an die nicht sichtbaren Rück- und Seitenteile der Balken zu kommen, und dann neu aufgemauert werden. Eine Tatsache, über die das Denkmalamt, das doch immer auf den Erhalt von möglichst viel Originalsubstanz aus ist, gar nicht glücklich sei, berichtet die Architektin. Mit speziellen Saugern werden die Pilzsporen beseitigt, anschließend sämtliches Holz mit Bohrsalz imprägniert.

"In einem zweiten Schritt müssen wir nun klären, was das alles an Mehrkosten bedeutet'', sagte Gabriele Dongus-Krämer, die die Höhe noch überhaupt nicht abschätzen könne. Nur so viel: "Es ist sicher, dass Mehrkosten entstehen.''

Ein Bauphysiker habe am Dienstag das Gebäude angesehen, um zu klären, wie die Wände neu aufzubauen sind. Gipser, Zimmerleute und Maurer werden für diese Arbeiten gebraucht. Eine Tatsache, die den Vorstand des Galerievereins nicht eben glücklich stimmt. Aus dem Denkmalamt habe es aber bereits Signale gegeben, dass man diese unvorhergesehenen Arbeiten bezuschussen werde.